Veranstaltungskalender
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| 2005 ÜL-C-Basismodul | : | 9:00-18:00 |
| 2420 EH bei Sportverletzungen | : | 9:00 - ... |
| 2420 EH bei Sportverletzungen | : | ... - 17:00 |
| 2005 ÜL-C-Basismodul | : | 9:00-18:00 |
| 2409 ÜL-C Fortbildung Spiele mal anders | : | 9:00 - ... |
| 1106 Gruppenhelfer 2 | : | 9:00 - ... |
| 2409 ÜL-C Fortbildung Spiele mal anders | : | ... - 18:00 |
| 1106 Gruppenhelfer 2 | : | ... - 18:00 |
| 2005 ÜL-C-Basismodul | : | 9:00-18:00 |
| 3401 Ül-B Fortbildung Sport im Ganztag-Aber sicher | : | 9:00 - ... |
| 3401 Ül-B Fortbildung Sport im Ganztag-Aber sicher | : | ... - 18:00 |
| 2005 ÜL-C-Basismodul | : | 9:00-18:00 |
| 2411 ÜL-C Fortbildung Wellness Trends | : | 9:00-18:00 |
| 1106 Gruppenhelfer 2 | : | 9:00 - ... |
| 5106 Nordic Walking Technik | : | 9:00-18:00 |
| 1106 Gruppenhelfer 2 | : | ... - 18:00 |
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Bewegungserziehung
Bewegungsmöglichkeiten gibt es für Kinder überall
Bärbel Merthan
Kinder sind voller Bewegungsdrang - aber sie können dieses Bedürfnis nicht ausleben. Wie es trotz der Einschränkungen an allen Ecken und Enden möglich ist, Bewegungsangebote aufzugreifen, zeigt folgender Bericht über Bewegungserziehung im Kindergarten. Es ist für Eltern höchst interessant zu sehen, wie die Erziehung im Kindergarten auf das Bewegungsbedürfnis der Kinder eingeht. Und ein Teil der Anregungen lässt sich problemlos auch in den Familienalltag einbauen.
Einschränkung der Bewegungsräume Noch vor 20 Jahren galt es als ganz normal, dass Kinder in den Kindergarten und zur Schule gingen. Heute hat die Automatisierung und Industrialisierung bereits so weit um sich gegriffen, dass viele Haushalte über zwei Autos verfügen und dass die meisten Kinder mit dem Auto in den Kindergarten und in die Schule gebracht werden. Hier ist also eine Bewegungsminderung auf Grund von Technisierung und eventuell auch Zeitmangel zu erkennen.
Ein weiterer Punkt ist der Raummangel, weil die Wohnungen für bewegungsfreudige Kinder zu klein sind und weil auf das Ruhebedürfnis der Erwachsenen Rücksicht genommen werden muss.
Der freien Entfaltung des natürlichen Bewegungsdranges der Kinder steht auch der zunehmende Straßenverkehr im Weg. Straßen, die noch vor einigen Jahren als wenig befahren galten, haben heute ein weitaus höheres Verkehrsaufkommen und es werden viel mehr Fahrzeuge am Straßenrand geparkt. Spielplätze, die den Kindern einen geschützten Freiraum für Bewegungsspiele geben, sind oft mit langweiligen oder gar defekten Spielgeräten ausgestattet. Manche Plätze sind verwahrlost und es treffen sich am Abend dort Drogensüchtige und hinterlassen ihre gefährlichen Einwegspritzen.
Wo können sich Kinder also noch bewegen? Verzichten wir auf die Bewegung - geben wir den Kindern andere interessante Dinge wie Computer - dann verhalten sie sich ruhig und sind nicht gefährdet! Das hört sich vielleicht gut an, ist aber der falsche Weg. Bereits über ein Drittel der Schulanfänger hat schon Haltungsschäden, die auf Bewegungsmangel schließen lassen. Erzieher und auch interessierte Eltern wissen, wie wichtig Bewegung für die optimale Gesamtentwicklung der Kinder ist. Wir wissen auch, dass es nicht ausreicht, einmal in der Woche mit den Kindern im Turnraum eine Turnstunde abzuhalten. Doch welche Möglichkeiten können zum Beispiel in einem Kindergarten angeboten werden?
Sicher nutzen bereits viele Erzieherinnen die Möglichkeit, eine kleine Gruppe Kinder allein in den Turnraum zu schicken, um dort außerhalb der Turnstunden frei spielen zu können. Das tägliche Freispiel im Garten gehört auch für viele Kindergärten zum festen Tagesablauf. Was können Erzieher und Eltern den Kindern noch anbieten? Es muss nicht immer ein Turnraum sein!
Bevor ich Ihnen den Tagesablauf in meiner Einrichtung schildere und welche Möglichkeiten ich meiner Kindergruppe in diesen Bildungsbereichen biete, möchte ich Ihnen zuerst die Begriffe Bewegungserziehung und Sport vergegenwärtigen.
Was ist eigentlich Bewegungserziehung?
Die Bewegungserziehung steht im engen Zusammenhang mit der Musikerziehung und ist daher als Einheit zu verstehen. Dieser Bereich umfasst durch Durchbildung des Körpers, den Körpersinn des Kindes zu erhalten und zu differenzieren, Haltungsschäden vorzubeugen und über Psychomotorik und Sensomotorik das Ich zu stützen. Hemmungslose oder aufgestaute Aggressionskräfte werden in sozial-positive Kräfte umgewandelt.
Was bedeutet Sport im Elementarbereich?
Es ist das Ernstnehmen der Freude des Kindes an Bewegung und sein Streben nach selbstständigem Handeln. Die Vielfalt der im Sport angewandten Geräte, die Verschiedenartigkeit der hier auftretenden Spielmöglichkeiten mit Partnern und Gruppensprecher, regen das Neugierverhalten, die Bereitschaft und Fähigkeit der Kinder dieser Altersstufe in besonderer Weise an und fordern sie zu spiel-, situations- und sachgerechten Bewegungshandlungen heraus, die schon vor Eintritt in die Schule den Charakter sportlicher Bewegungsabläufe aufweisen können, wie das Laufen, Springen, Werfen, Tauchen, Schwimmen, Radfahren.
Wie können diese Erkenntnisse im Alltag eines Kindergartens umgesetzt werden?
Im Laufe eines Kindergartentages gibt es manigfaltige Möglichkeiten diese Erkenntnisse umzusetzen. Bewegungserziehung und Sport darf sich nicht nur auf den einen Sporttag im Wochenablauf beschränken. Betrachten wir einmal den Tagesablauf in meiner Gruppe.
Das Freispiel
Es ist die Zeit vom Bringen (Beginn bis etwa 10 Uhr) bis zur gemeinsamen Brotzeit. Hier gilt es Spiele und Aktivitäten zu beobachten, die wir vor längerer Zeit den Kindern vermittelt haben, und die sich durch das Spiel mit den Kindern vermittelt haben und die sich durch das Spiel mit den großen und kleinen Kindern vererben wie die Spiele, die früher alle Kinder spielten, z.B. Hüpfkästchen hüpfen, Schussern, Ballspiele. Besonders beliebt ist zur Zeit das Papierfliegerbauen und damit zu spielen. Betrachten wir einmal an diesem Beispiel, was das Kind dabei übt und lernt.
Was lernt das Kind dabei?
- Beim Falten wird die Feinmotorik geschult und die Hand-Augen-Koordination. Es folgt einer Reihe von Handlungen in einer bestimmten vorgegebenen Reihenfolge.
- Es bemalt ihn, um ihn zu kennzeichnen (Feinmotorik).
- Es wirft den Flieger in die Luft und verfolgt ihn mit den Augen.
- Geht oder läuft zum Landeplatz, um ihn wieder werfen zu können (Wechselbewegung - Werfen und Laufen).
- Es schaut zu, wie der Papierflieger vom Freund oder Freundin fliegt.
- Manchmal wird sogar der Flieger aus Testgründen ausgetauscht (Soziale Kontakte - partnerschaftlicher Umgang - Sozialerziehung).
Stühle werden hintereinander oder als Quadrat gestellt und darüber oder drunter hergeklettert. Dieses Spiel bevorzugen die kleineren Kinder der Gruppe besonders, die Zweijährigen und die Drei- und Vierjährigen. Es ist erstaunlich wie schnell die Kinder zu einer großen Sicherheit gelangen nach kurzer Einübungszeit. Manchmal schauen die kleineren und neuen Kinder in der Gruppe zuerst einmal den anderen nur zu, doch durch die Freude an der Bewegung und am Ausprobieren sind sie schon bald Spielpartner. Neben der körperlichen Fähigkeit kommen noch die sozialen Kontakte hinzu und die Rücksichtnahme auf die Partner. Es kommt selten zu Streitigkeiten und unfairen Verhaltensweisen bei dieser Art zu Spielen.
Im Sinneshaus, bei der Schatzsuche werden die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder gefördert. Zwischen Kastanien, Sand, Steinen, Tonkugeln, in Wolle, Schaumgummi und Watte sind Schätze versteckt, die es zu ertasten gilt. Die Freude am Abenteuer lässt die Kinder immer wieder gerne auf "Schatzsuche" gehen.
Ein Kugelspiel mit Figuren aus Nikistoff und einem entsprechenden Ball, wird von den Kindern auch gerne gespielt. Neben dem gezielten Ballrollen, werden Regeln beachtet und das Sozialverhalten geübt.
Im Nebenraum wechselt das Angebot für Bewegungsspiele.
Trampolinspringen: hier müssen auch Regeln des Miteinanders eingehalten werden. Das Kind lernt bei dieser Tätigkeit seinen Körper zu kontrollieren, richtig und schnell zu reagieren und sein Gleichgewicht zu halten. Wird den Kindern das Gerät zum Freispiel zur Verfügung gestellt, ist vorher ein gemeinsames Angebot, um das Gerät kennen und einschätzen zu lernen.
Der Kriechtunnel hingegen kann ohne große Erklärungen und Einübungen den Kindern zur Verfügung gestellt werden. Mut des einzelnen Kindes, Rücksicht auf den anderen, sind hier die wesentlichen Erfahrungen und Fähigkeiten, die vom Kind gefordert werden, neben der körperlichen Anforderung. Oft wird der Tunnel ins Rollenspiel mit eingebaut. Unter einem Tisch wird mit Tüchern eine Höhle gebaut und der Tunnel ist der Eingang zur Fuchshöhle.
Eine Matte, Polster und Kissen sind bei den Kindern besonders beliebt. Von 20 bis 50cm hohen Podesten darf heruntergehüpft werden. Es werden Körperbeherrschung und Mut zu einem solchen Körpersprung benötigt. Doch der Reiz, sich mit anderen zu messen und die Freude an der Bewegung machen dieses Angebot immer wieder attraktiv. Die Regeln werden von den Kindern selbst aufgestellt und das Sozialverhalten übt sich wie von selbst, wer sich nicht an die Regeln hält, darf nicht mehr mitspielen und dabei sein wollen sie alle.
Gezielte Angebote für die Kinder finden nach der Brotzeit statt.
Hier ist der Bereich der Sing- und Bewegungsspiele angesiedelt. Bei Spielangeboten wie dem Gesellschaftsspiel "Obstkorb" oder "Blinde Kuh", bei Singspielen wie "Dornröschen" oder "Ein kleiner grauer Esel". Lieder, die mit Bewegungen dargestellt werden, gehören auch zu dieser Gruppe. Da sind Lieder wie "Der Wind schleicht wie ein Räubersmann" und "Im Garten steht ein Schneemann" zu nennen. Anlässe gibt es viele, um diese Spiele zu spielen. Es ist auch immer wieder der Wunsch der Kinder, diese Spiele zu Geburtstagen, im Stuhlkreis oder zu anderen Festen zu spielen.
Die rhythmische Einleitung im Elementarbereich findet zu dieser Zeit ebenfalls statt. Hier ist mir die Rhythmik nach Mimi Scheiblauer eine wichtige Arbeitsgrundlange. Die Kinder sagen zu diesen Stunden nur, dass sie gespielt haben. Wir Erzieher wissen jedoch, dass die Kinder in ihrer Gesamtheit und Ganzheitlichkeit angesprochen und gefördert wurden.
Der Sport in unserer Einrichtung ist immer unterschiedlich gestaltet. In den ersten Jahren sind wir regelmäßig mit den Kindern ins Schwimmbad gefahren und haben dort Wasser- und Tauchspiele mit ihnen durchgeführt. Diese Übungen galten hauptsächlich der Bewegungsfreude der Kinder, ihnen die Furcht vor dem Wasser zu nehmen, um sie auf späteren Wassersport positiv vorzubereiten.
Spiel- und Sportfeste führten wir einmal im Jahr im Sommer durch. Ab dem Frühling gingen wir regelmäßig einmal in der Woche zum Sportplatz. Warmlaufen, Gymnastik, Bewegungsspiele, Ballspiele, Wettspiele und auch erste Bereiche der Leichtathletik wie Laufen, Werfen und Springen wurden in spielerischer Form angeboten. Preise und Urkunden bekam jedes Kind, das an unserem Sportfest teilgenommen hat.
Geschicklichkeits- und Reaktionsübungen mit dem mitgebrachten eigenen Fahrzeug (Bobbycar - Dreirad - Roller) und Fahrrad stehen bei uns ein- bis zweimal im Jahr auf dem Programm. Nach einem Vormittag mit Fahrradübungen (mit Pausen) erhalten alle Teilnehmer ebenfalls eine Urkunde. Es wird auch besprochen, was zur Ausrüstung des Kindes gehört und wie die Teile eines Fahrrades heißen.
Waldexpeditionen mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen dienen dem Gleichgewichtssinn und führen zur motorischen Sicherheit. Es gibt immer wieder einzelne Bäume, auf denen balanciert werden kann, auch finden sich Gelegenheiten zum Klettern und Aufsteigen (Jägerstand-Hochsitz). Es werden auch Wanderungen mit beliebten und interessanten Zielen durchgeführt, die alle Kinder gut kennen.
Besonders beliebt bei den Kindern ist die Bewegungswerkstatt. Pro Angebot stelle ich den Kindern ein bis drei Materialien vor, mit denen gemeinsam geturnt wird. Sie werden auf eventuelle Gefahren aufmerksam gemacht. Am Ende des Angebotes dürfen die Kinder frei damit umgehen. Ich achte darauf, dass sie die besprochenen Sicherheitsregeln beachten und mache sie darauf aufmerksam falls sie es vergessen haben. Nach etwa 10 Anleitungen, bei denen immer wieder Material vorgestellt wird, kennen die Kinder bald das gesamte Sportmaterial und am Ende steht ihnen das gesamte Material zur Verfügung. Einzeln, paarweise oder in kleinen Gruppen spielen und turnen die Kinder nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und Fähigkeiten mit den ausgewählten Materialien. Wir Erzieher nutzen die Zeit, die Kinder genau zu beobachten und Aufsicht zu führen, ob alle Sicherheitsmaßnahmen von den Kindern beachtet werden.
Lauf- und Gymnastikübungen dienen uns nur am Anfang als Aufwärmtraining. Sicher kann sich jeder Leser gut vorstellen, dass bei der Bewegungsbaustelle alle Kinder ganzheitlich und ausdauernd gefordert sind. Sie brauchen nicht warten bis sie an der Reihe sind, um ihre Übung durchzuführen, sie werden die gesamte Zeit hindurch aktiv gefordert. Im Winter werden Bewegungsspiele auf Eis (zugefrorenen Pfützen) und im Schwimmbad angeboten.
Am Ende des Vormittags steht noch einmal das Freispiel, das bei trockenem Wetter im Garten stattfindet. Hier gibt es alle bekannten Angebote von Ball-, Sand-, Lauf- und Bewegungsspielen. Rutschbahn, Klettergerüst und Schaukeln stehen den Kindern ebenfalls zur Verfügung. Die Angebote (2.) werden nicht jeden Tag zum Thema Bewegungserziehung und Sport gemacht, es gibt noch viele andere wichtige Bildungsbereiche, in denen auch Erforschungen, Spiele, Experimente und Erfahrungen erlebt und gemacht werden. Nach diesen Angeboten wie Sprach-, religiöse, Verstandes-, Sinnes- und Verkehrserziehung oder Gestalten, Musik, Umwelt- und Sachbegegnung brauchen die Kinder zum Ausgleich für das konzentrierte und ausdauernde Mitmachen ein Bewegungsangebot. Deshalb ist nach den gezielten Angeboten das freie Bewegungsspiel besonders wichtig.
Reflexion aus der Sicht der Erzieherin
Die Kinder freuen sich stets auf diese Art der Bewegungserziehung und Sport, sie sind beim Angebot "Bewegungsbaustelle" besser für anstrengende und schwierige Übungen zu motivieren, als in einer üblichen Turnstunde. Sie beachten die Sicherheitsvorgaben ganz anders, als wenn sie angeleitet werden. Die Freude am eigenen Tun und mit dem Material zu experimentieren, führt zu langanhaltenden Lernerfahrungen. Die Kinder sind bei allen Aktivitäten, die sie in Eigenregie übernehmen, konzentrierter, aktiver und leistungsbereiter als bei üblichen Turnstunden. Ich sehe für meine Arbeit mit der Gruppe diese Mischung an Bewegungsangeboten als die den kindlichen Bedürfnissen entsprechende und ideale Förderung in diesem Bereich an.
Ich möchte meine Ausführungen zum Thema "Sport und Bewegungserziehung" mit dem Gedanken schließen, dass wir in einer schnelllebigen und bewegungsarmen Zeit leben und dass Bewegung für die gesamte und gesunde Entwicklung der Kinder unbedingt notwendig ist.








